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Loesungskatalog: Konkrete Angebote fuer jedes Bedenken

Dieses Dokument ist kein Argument -- es sind konkrete Loesungsangebote. Wenn ein Bedenken kommt, ist hier die Antwort. Kein Grundsatz-Diskurs, sondern: "Hier ist mein Vorschlag -- was fehlt dir?"


1. Vertragsvorlage (SOLV-01)

Kein abstraktes "Wir koennen einen Vertrag machen" -- sondern die fertigen Punkte, die man vorlesen oder zeigen kann.

Musterklausel -- bereit zum Unterschreiben


Vereinbarung zur Nutzung von Sitzungsaufnahmen

Zwischen Patient (nachfolgend: P.) und Therapeutin (nachfolgend: T.) wird folgendes vereinbart:

1. Zweck Die Aufnahmen werden ausschliesslich fuer die persoenliche Reflexion und KI-gestuetzte Mustererkennung von P. genutzt. Kein anderer Zweck ist erlaubt.

2. Verarbeitung und Speicherung Die Verarbeitung erfolgt lokal auf dem Geraet von P. Es erfolgt keine Weitergabe an Dritte. Es erfolgt kein Upload in Cloud-Dienste (kein Google Drive, kein iCloud, kein Dropbox, keine sonstigen externen Server).

3. Verwendungsverbot Die Aufnahmen duerfen nicht in rechtlichen, beruflichen, oeffentlichen oder anderen Kontexten verwendet werden. Eine Veroeffentlichung ist ausgeschlossen.

4. Loeschpflicht auf Verlangen P. verpflichtet sich, Rohdaten auf Verlangen von T. jederzeit und unverzueglich zu loeschen. T. kann dies jederzeit -- ohne Begruendung -- verlangen.

5. Zugangsrecht T. kann jederzeit Auskunft darueber verlangen, was existiert. P. gibt vollstaendige und ehrliche Auskunft.

6. Eigentum und gemeinsame Kontrolle Die Aufnahmen befinden sich im gemeinsamen Einverstaendnis beider Parteien. Eine einseitige Nutzung ausserhalb dieser Vereinbarung ist nicht erlaubt.

Ort, Datum: ___________________ Unterschrift P.: ___________________ Unterschrift T.: ___________________


Direkte Einladung an die Therapeutin: "Ich bin bereit, das so zu unterschreiben. Moechtest du noch etwas hinzufuegen oder aendern? Das ist deine Vorlage -- nicht meine."


2. Technische Datenschutz-Massnahmen (SOLV-02)

Konkrete technische Loesungen, erklaert ohne Jargon -- kein Vertrauen noetig, man kann es sehen.

Was technisch moeglich ist

Lokale Verarbeitung (kein Cloud) Die KI laeuft auf dem eigenen Geraet -- keine Daten verlassen den Computer. Es gibt KI-Software (z.B. Ollama, lokale Claude-Instanzen) die komplett offline funktioniert. Die Aufnahme wird verarbeitet und bleibt dabei physisch auf dem Geraet.

Ende-zu-Ende-Verschluesselung Die Aufnahmedatei ist verschluesselt gespeichert. Ohne das richtige Passwort -- das nur P. kennt -- ist die Datei unleserlich. Selbst wenn das Geraet gestohlen wird, kommt niemand an den Inhalt.

Kein Cloud-Upload Explizites Verbot in der Konfiguration: kein automatisches Sync zu iCloud, Google Drive, Dropbox oder anderen Diensten. Dies kann man sehen und verifizieren.

Separates Geraet oder separates Konto (optional) Wenn gewuenscht: Die Aufnahmen landen auf einem Geraet (oder einem Nutzerkonto) das ausschliesslich dafuer genutzt wird. Kein anderer Inhalt, kein anderer Zugang.

Transparenz-Modus T. kann jederzeit fragen: "Was hast du gemacht?" und bekommt vollstaendige Auskunft. Auf Wunsch kann T. auch direkten Einblick in das System bekommen -- nicht nur die Aussage, sondern den Beweis.

Direkte Formulierung

"Ich kann dir genau zeigen, wie das technisch funktioniert. Du musst mir nicht einfach vertrauen -- du kannst es sehen. Wenn du willst, gehen wir das zusammen durch. Wenn du dann immer noch uncomfortable bist, akzeptiere ich das."


3. Ownership und Zugangs-Optionen (SOLV-03)

Ein Menue -- sie waehlt, was sie braucht. Keine Vorgabe, nur Optionen.

Optionen-Menue

Option Wer nimmt auf Wer hat Zugang Besonderheit
A Patient Patient allein T. kann Loeschung jederzeit verlangen
B Therapeutin Therapeutin allein T. gibt P. nach jeder Session eine Kopie
C Einer von beiden Beide Beide koennen sehen was existiert
D Patient Patient Rohdaten werden nach X Wochen geloescht, nur Zusammenfassungen bleiben
E Keiner festgelegt Entscheidung pro Session Nach jeder Session gemeinsam entscheiden ob diese Session aufgenommen wird

Details zu den Optionen:

Option A -- Patient hat Kontrolle, Therapeutin hat Veto P. nimmt auf, hat alleinigen Zugang. T. kann jederzeit die Loeschung aller oder einzelner Aufnahmen verlangen, ohne Begruendung.

Option B -- Therapeutin hat Kontrolle T. nimmt auf (sie hat ohnehin schon das Equipment), behalt alleinigen Zugang zu den Rohdaten, und gibt P. nach jeder Session eine Kopie fuer die Reflexion. Das ist eigentlich das, was ohnehin schon passiert -- nur fuer P. zugaenglich gemacht.

Option C -- Gemeinsamer Zugang Beide haben Einblick in alles was existiert. Vollstaendige Symmetrie.

Option D -- Zeitlich begrenzt Rohdaten werden nach einer vereinbarten Frist (z.B. 4 Wochen) automatisch geloescht. Nur die KI-generierten Zusammenfassungen und Erkenntnisse bleiben -- keine Originalaufnahme mehr.

Option E -- Session-by-Session Keine generelle Erlaubnis -- jede Session ist eine eigene Entscheidung. Maximal flexible Kontrolle fuer T.

Direkte Einladung an die Therapeutin

"Welche Option wuerdest du bevorzugen? Oder haben wir eine Moeglichkeit vergessen, die dir besser passt? Das ist kein abgeschlossenes Menue -- ich bin offen fuer andere Varianten."


4. Die Gegenfrage: Ihre Video-Recordings (SOLV-04)

Direkt und klar, aber nicht anklagend. Ziel: Aufdecken dass Aufnahmen bereits existieren -- die Frage ist nur wer Zugang hat.

Hintergrund (fuer sich selbst, nicht laut sagen)

T. nimmt Sessions auf Video auf. Fuer ihre Ausbildung. Das ist ihr Recht und legitim. Dieser Kontext ist wichtig: Aufnahmen dieser Sessions existieren bereits. Der Patient ist bereits aufgenommen worden -- ohne Mitsprache ob er eine Kopie bekommt.

Formulierungsvarianten

Variante 1 -- Neugierig: "Ich habe eine Frage die ich schon eine Weile stellen wollte: Kann ich eigentlich die Video-Recordings bekommen, die ihr von unseren Sessions macht? Die existieren ja schon -- es waere meine Session, meine Geschichte."

Variante 2 -- Kontextuell: "Du nimmst unsere Sessions ja schon auf. Wenn ich schon aufgenommen werde -- waere es dann nicht fair, dass ich auch Zugang zu diesen Aufnahmen bekomme? Oder zumindest dazu, meine eigenen Audio-Aufnahmen zu machen?"

Variante 3 -- Strategisch: "Was gaebe es eigentlich dagegen einzuwenden, wenn ich die Sessions die ihr ohnehin schon aufnehmt, bekomme? Wenn das nicht moeglich ist -- warum dann nicht meine eigene Aufnahme?"

Variante 4 -- Symmetrie: "Du nimmst auf, um deine Entwicklung als Therapeutin zu unterstuetzen. Ich moechte aufnehmen, um meine Entwicklung als Patient zu unterstuetzen. Wo genau liegt der Unterschied?"

Was diese Frage leistet

Diese Gegenfrage ist keine Anklage. Sie ist eine ehrliche Aufdeckung einer Asymmetrie: Aufnahmen existieren bereits. T. hat Zugang. P. nicht. Die Frage verschiebt den Ausgangspunkt: Es geht nicht darum ob aufgenommen wird -- das passiert schon. Es geht darum, wer Zugang hat.

Wichtig: Ton

Diese Frage nur stellen, wenn das Gespraech die Oeffnung erlaubt. Nicht als erste Reaktion auf ein Nein -- sondern als Einladung zur gemeinsamen Reflexion, nachdem die eigentlichen Bedenken gehort worden sind.


Schnell-Referenz: Bedenken und sofortige Antworten

Bedenken Sofortiger Loesungsvorschlag
"Ich weiss nicht was mit den Daten passiert" Sektion 2: Technische Massnahmen zeigen -- lokale Verarbeitung, Verschluesselung, kein Cloud
"Ich habe keine Kontrolle" Sektion 3, Option A: T. behaelt Veto-Recht jederzeit
"Was wenn du es jemand zeigst?" Sektion 1: Vertrag mit Verwendungsverbot vorzeigen
"Was wenn es rechtlich gegen mich verwendet wird?" Sektion 1, Punkt 3: Verwendungsverbot explizit im Vertrag
"Ich bin uncomfortable damit" "Ich verstehe. Was genau macht dich uncomfortable? Gibt es eine Option aus Sektion 3, die sich anders anfuehlt?"
"Das macht man in der Therapie nicht" "Du nimmst auch auf -- fuer die Ausbildung. Die Norm ist also nicht absolut."
"Es veraendert die Dynamik" "Ich weiss, es hat sich bei mir auch veraendert als du angefangen hast aufzunehmen. Und wir haben trotzdem weitergemacht."
"Mach einfach Notizen" "Wenn du deine Ausbildungs-Videos durch nachtraegliche Notizen ersetzen muestest -- wuerde das den gleichen Wert haben?"
"Ich vertraue der Technologie nicht" Sektion 2: Demonstration anbieten -- "Du musst mir nicht vertrauen, du kannst es sehen."
"Was ist, wenn ich meine Meinung aendere?" Sektion 3, Option E: Session-by-Session-Entscheidung

Abschluss: Die eine Einladung

Wenn alle Optionen auf dem Tisch sind und immer noch Widerstand besteht:

"Ich habe versucht, fuer jedes Bedenken eine konkrete Loesung zu finden. Nicht um dich zu ueberzeugen, sondern weil mir das wichtig genug ist, um es ernsthaft zu loesen. Was muesste ich noch loesen, damit du dich sicher fuehlst? Oder was ist es, das sich keine Loesung hat?"